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Roma-Fest im Amerlinghaus

Das Programm ist auf der Nemeth-Seite nachzulesen:

http://nemeths.myblog.de/nemeths/art/6391765/ZIGEUNER-FEST-IN-WIEN   

Ein rundum schöner Abend! Der überwachsene Hof gesteckt voll, garnicht so kalt, wie wir befürchtet hatten, die musik rollte, pulsierte, riss mit. Mosa Sisic begeisterte mit seiner Geige & den Gipsy Kings. Gönnten uns ein gutes Papperl (Zwiebelrostbraten und Schokopalatschinken), dann schauten wir die Bilder von Ceija Stojka an. Sehr intensive, farbenkräftige, ein wenig naive Bilder. Immer wieder die Motive der Zigeunerwagen, die SS, die Lager (sie war in 3 Konzentrationslagern). Manche Gesichter erinnerten mich an die Fratzen von George Grosz. Sehr stark auch die Gesichter der Häftlinge bzw. Bilder auf denen die Gesichter ausgelöscht sind, Kolonnen von Gefangenen zwischen Wachtürmen und prügelnden Wärtern. Ceija Stojka ist Autodidaktin und begann sehr spät erst zu malen, ihre Bilder sind Dokumente gegen das Vergessen. Naturbilder strahlen eine große Lebensfreude aus.

Zum historischen Hintergrund:
Bereits 1928 wurde im Burgenland (wo 8000 Roma lebten), die "Lösung der Zigeunerfrage"  diskutiert. Politiker und Presse schlugen vor, die Roma zu kastrieren bzw. auf eine Insel im Stillen Ozean auszuweisen.
Im Nationalsozialismus wurden die Maßnahmen gegen Zigeuner und Zigeunermischlinge stufenweise verschärft und gipfelten in der Einweisung aller Roma in Konzentrationslager. Von 11.000 österreichischen Roma überlebten nur 2000. Aus der Großfamilie der Stojkas, kamen von 200 Menschen nur 6 mit dem Leben davon.
1949 forderte der österreichische Innenmnister, der Sozialdemokrat (!) Oskar Helmer
(über ihn bald mehr in der Bärenpost), das Zigeunerproblem zu lösen, indem man sie ausweist.
1995 starben in Oberwart 4 burgenländische Roma bei einem Anschlag des Briefbombenattentäters Franz Fuchs.

Schenkte Marie  noch eine CD auf der Ceija Stojka Romalieder auf romanes singt, dann trabten wir voll der Eindrücke heimwärts.


21.9.08 02:17
 


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


MarieM (21.9.08 12:52)
Teil I


Als wir ankamen, ich in die Gesichter blickte, in die Atmosphäre, war ich daheim.
Das deutsche Volk ist mir immer fremd geblieben, auch wenn es mir Heimat war.
Ich mochte den Einzelnen lieben und mögen, doch nicht das Volk.
Bei den Roma ist das anders. Ich glaube, ich liebe das Volk und darin den Einzelnen.
Dieses Gefühl ist mit nichts vergleichbar.

Bereits vor Jahren begann ich über das Volk der Roma und Zinti zu recherchieren.
Vieles erfuhr ich, vieles vergaß ich an Jahreszahlen und einzelnen Ereignissen und Schicksalen wieder, es sind zu viele Jahreszahlen, zu viele Schicksale, dieses Volk spricht nicht von EINER Verfolgung, sondern von unzähligen Verfolgungen anderer Völker, von unzähligen Vergehen anderer Völker an ihrem Volk.

Man sagt, die Roma erkennen einander. Ja, die Roma erkennen einander, verstreut in aller Welt, wenn sie einander begegnen. Sie mussten einander erkennen in all den Gefahren, die sie umgaben, sie waren darauf angewiesen, einander zu erkennen.

Immer wieder fragte und frage ich mich, wie können sich Menschen über Menschen erheben, wie können Menschengruppen andere Menschengruppen verfolgen. Was geht in diesen Verfolgern vor. Welche Abgründe.


(mein Eintrag ist offensichtlich zu lang, darum muss ich ihn teilen...)

M.


MarieM (21.9.08 12:53)
Teil II


Die Bilder der Stojka sind von besonderen Farben. Jedes ihrer Landschaftsbilder hätte ich mir kaufen mögen. Solche Farben! Eine solche lebensbejahende Intensität. Nach dieser Geschichte, die man ihr auf den Leib schrieb und schlug!
Aus ihren Bildern die Verfolgung betreffend, sah ich den Schmerz, dieses niemals verarbeiten Können, dieses Unfassbare und dieses doch Wirkliche, was mit ihrem Volk und ihr geschah.

Ihre CD, die spielt, während ich dieses schreibe, ist sehr eigen, von einer Besonderheit, die nicht zu beschreiben ist, sehr, sehr schön.

Der Geigenspieler Moshe Sisic spielt seit seinem sechsten Lebensjahr die Geige. Es ist, als gehöre sie zum ihm wie ein Arm oder ein Bein.

Die Roma sind sehr selbstverständlich, natürlich, in ihren Bewegungen, das fiel mir besonders auf.

Vielen Dank, Francesco, für den Abend, für die CD, für diesen Beitrag hier in der Bärenpost von dir.

Ein sehr großer Wunsch, vielleicht geht er eines, eines Tages in Erfüllung, ist, an ihren großen Festen an der französischen Küste teilzunehmen. Ja. Dafür gäbe ich etwas.

Ich möchte hier in Wien versuchen, kleine Kontakte zu den Roma herzustellen. Alles hat Zeit, aber ich möchte ihnen endlich näher rücken können als es über Literatur und Recherchen möglich war.

Mit einem Kuss für diesen Abend

Marie


MarieM (21.9.08 12:55)
Mosa Sisic heißt der Geigenspieler!!!!


francesco / Website (21.9.08 12:59)
@MarieM

irgendein psychologe - weiß nicht mehr wer - sagte:
die angst vor dem fremden ist die angst vor dem fremden in uns, vor dem anderen, unausgelebten.
dass die roma sich NICHT integrieren wollten, dass sie um ihre kultur und sprache ein geheimnis machten, machte sie offenbar bedrohlich. und natürlich, dass sie ideale sündenböcke waren, wie die juden, lang vor dem dritten reich.
das wort zigeuner, das die roma nicht gern hören, kommt übrigens von dem wort cigan, was soviel wie sklave bedeutete. sie wurden in der wallachei regelrecht versklavt. da gab es leibeigene der fürsten, aber auch der klöster und kirche.
(ich stell bald einen genaueren artikel dazu rein)

umarmung
francesco


Silkewachstuch / Website (2.8.11 16:19)
Irgendwie bin ich auf der Suche nach Naturbilder und bin jetzt hier gelandet. Trotzdem ein informativer Blog


francesco (10.8.11 18:21)
@silkewachstuch

mit den bildern hab ich technische probleme. so gibts halt vorläufig mal wieder text...

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