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Begegnung mit Dichtern

Heute waren wir im Wiener Literaturhaus, dem Ort an dem neben dem Zeitungsauschnittearchiv zur österreichischen Literatur ab 1945 immer wieder sehr interessante Veranstaltungen, Lesungen, Buchpräsentationen und Symposien stattfinden.

Wir waren bei der Eröffnung der Tagung der "ROBERT WALSER Gesellschaft".
Robert Walser (1878 - 1956) ist ein etwas vergessener Schweizer  Dichter, der aber innerhalb der Literaturgeschichte durch seinen Einfluss auf bekannte Autoren große Bedeutung hat.Walser war noch in den 1920er Jahren ein angesehener, viel veröffentlichter Autor, geriet jedoch ab der 30er Jahren zunehmend in Vergessenheit. Robert Walser wurde erst ab den 1970er Jahren in breiterem Umfang wiederentdeckt, obwohl Christian Morgenstern, Robert Musil, Kurt Tucholsky, Franz Kafka, Walter Benjamin und Hermann Hesse zu seinen großen Bewunderern gehört hatten. Walsers Wirkung auf so unterschiedliche zeitgenössische Autoren wie beispielsweise Martin Walser, Peter Bichsel, Ror Wolf, Peter Handke, Elfriede Jelinek oder auch Max Goldt ist bedeutend.

Seine  bekanntesten Romane sind wahrscheinlich der Roman "Der Gehülfe" und "Jakob von Gunten", die auch verfilmt wurden. Walser ist ein leiser Autor, ein stiller, genauer Beobachter, der einen eingängigen realistischen Stil schreibt.
Ich habe in einem Wühlkistl einmal ein sehr anregendes Büchlein gefunden: "Dichteten diese Dichter richtig - eine poetische Literaturgeschichte" (insel tb), das Walsers poetisch-originelle Betrachtungen zu Schriftstellern und ihren Werken von Shakespeare über Kleist und Dostojewski bis zu Trakl, Rilke und Hedwig Courths-Mahler versammelt.

Die "Robert Walser-Gesellschaft" ist v.a. damit befasst, Walsers Gesamtwerk zu sichten und eine "Kritische Ausgabe" zu erstellen. Für alle Nicht-Germanisten sei erklärt, was das ist:

„Als historisch-kritische Ausgabe bezeichnet man in der Editionswissenschaft eine Ausgabe eines Textes, die auf der Grundlage aller zur Verfügung stehenden Textträger die Entstehungsgeschichte des Textes nachzeichnet und einen möglichst authentischen, von Fehlern bereinigten Text präsentiert. Neben der Texterschließung bietet eine solche Ausgabe einen textkritischen Apparat sowie Dokumente zur Entstehungsgeschichte, Erläuterungen und weitere Hilfsmittel. Durch die Akribie und Ausführlichkeit der Texterschließung bietet sie – im Gegensatz zu einfachen Leseausgaben – eine verlässliche Grundlage für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Text. (Wikipedia)

Einige Germanisten referierten über die Arbeit an der KRW (Kritischen Walser-Ausgabe). Sie bietet auch alle Texte im Faksimile nach Walsers handschriftlichen Originaltexten, sowie die Änderungen und Streichungen auf CD, wo man zwischen den handschriftlichen und gedruckten Stellen springen kann. Eine langwierige, akribische Arbeit, für die mir die Geduld fehlen würde. Die „Sicherung“ des Textes ist sozusagen Grundlagenarbeit, der dann die Popularisierung der Erkenntnisse folgen muss. Ich würde mich dann eher erst in der Phase wieder einklinken, wo es um die Verbreitung durch Lesungen, Buchausgaben etc. geht.

Hier Robert Walser im Portrait auf You Tube:


Danach las  die schon 84-jährige Grande Dame der österreichischen Friederike Mayröcker aus ihrem Prosaband  Paloma“. Ihr Alterswerk ist einfach und klar geworden, sie liest ruhig, eindringlich, ein wenig nachdenklich, erinnerte mich irgendwie an die Art mit der Erich Fried seine Gedichte vortrug.  Darauf noch 2 Gedichte, deren letzteres vom Tod handelte.  Ein wirklich starker Eindruck, es war ungeheuer still im Saal, als sie las.

Nach ihr dann Martin Prinz, mit Texten über eine Alpenwanderung, eine klare Prosa, ruhiger Duktus. Aber natürlich hatte er es nach Mayröcker schwer, zu fesseln.

Zum Abschluss aßen wir ein Eis auf der Mariahilfer Straße und plauderten eine Weile.
Schön war das, einfach schön…

11.10.08 00:22
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


MarieM / Website (11.10.08 08:41)
Lieber Francesco,

noch umlagern mich Eindrücke, die voller Augenblicke sind, die sich wiederum noch gar nicht bündeln lassen, was diesen Abend anbelangt.

Dem Beginn der Tagung zu Robert Walser beizuwohnen, war äußerst interessant für mich. Wie akribisch Menschen mit Literatur umgehen (können), wie hier die arbeitende Gruppe um Robert Walsers Literatur herum, das wusste ich nicht, es hat mich beeindruckt und ich durfte lernen.

Friederike Mayröcker

Ja. Ich bin noch ganz still. Vierundachtzig Jahre Leben einer Frau und viele Jahrzehnte künstlerischen, literatischen Schaffens aus ihr heraus, in ihr, waren dort.
So viel. So ruhig. So fließend.
Ihr Lesen aus ihrem Buch Paloma, Briefe an den Freund, die zwei sehr langen Gedichte - in allem ehrlich, lyrisch, zart und hart.
Eine Frau voller Bilder, ein Leben voller Bilder zeigten sich.
Es war mir ein großes Anliegen, mich bei ihr zu bedanken. Ich tat es, schüttelte ihre Hand. Sie saß und sah zu mir auf, voller Wärme, überrascht, freundlich. Sie bedankte sich bei mir. Die Hand fest und zart.
Während der Vorträge und Lesungen der anderen Beteiligten sah ich, wie sie die Hand der Frau drückte, die ihr ihren Mantel umlegte, wie sie eine andere Frau innig umarmte.
Alles schien mir ohne Zirkus, ohne Theater, echt und wahr und es war für mich eine Demut vor dem Leben und vor den Geschenken des Lebens spürbar.

Noch voller Augenblicke nehme ich die Ruhe und Klarheit der Friederike Mayröcker mit in diesen Tag.

Dieser Abend war ein großes Geschenk für mich. Niemals hätte ich gedacht, die Grande Dame persönlich lesen hören zu dürfen.

Wohlstille Grüße
Marie

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