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Heinrich von Kleist, deutscher Dichter.

Schaue mir auf Video Kleists "Hermannsschlacht" an. Es ist ein sehr gutes Werk in einer grandiosen Inszenierung von Claus Peymann am Burgtheater.
Mein Verhältnis zu Kleist ist gespalten. Ich liebe ihn nicht, halte ihn nicht für einen der größten deutschen Dichter, aber man muss ihn studieren.
Er hatte nicht die dialektische Klarheit des Aufklärers Lessing, aber eine wirkliche Theaterpratzn, seine Sprache ist kraftvoll und klangstark.
Dann wieder schrieb er patriotischen Kitsch wie den "Prinz Friedrich von Homburg".
Herausragend sind seine Novellen wie Micahel Kohlhaas.
Am besten ist "Der zerbrochene Krug", den ich in einer Inszenierung mit Qualtinger sah. Das STück führte zu einem tiefen Zerwürfnis mit Goethe, der es am Weimarer Hoftheater inszenierte. Es lebt von der Spannung, ist ein riesiger Einakter. Goethe teilte es in mehrere TEile und ließ, dem Geschmack der Zeit gehorchend dazwischen Zwischenmusiken spielen. Damit zerhaute er das Kraftvolle prall gespannte Stück und zerstückelte es. So hauen auch große Meister bisweilen daneben. Goethe war einer, der überhaupt neben sich außer Schiller keine großen Geister duldete.



28.1.10 16:45
 


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